Regeln sind wichtig

Ich finde Regeln wichtig. Sie geben mir Sicherheit. Sowohl im BDSM-Kontext als auch im gesellschaftlichen Zusammenleben. Aber warum brauche ich gerade im BDSM-Spiel Regeln, wo ich mich doch ausleben möchte, ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in denen wir uns tagtäglich bewegen?

Regeln sind für mich eine Orientierungshilfe im Spiel. Mein Herr gibt Regeln vor und ich hinterfrage diese nicht. Ich halte mich ohne Wenn und Aber daran. Er diktiert aus seiner Macht heraus, an welche Ansagen ich mich zu halten habe. Dies können 5 Punkte sein oder 10 oder 20, die vielleicht auch verschriftlicht werden. In manchen Spielbeziehungen gibt es Verträge, die beide Beteiligten unterzeichnen. Diese Verträge haben selbstverständlich keine Rechtsverbindlichkeit. Sie widersprechen sogar den guten Sitten, denn es wird die Unfreiheit eines Menschen besiegelt. Ein Vertrag hat zwar nur Symbolcharakter, aber eine tiefe Bedeutung für die beiden, die ihn eingehen. Niemals sollte ein solches Regelwerk leichtfertig unterzeichnet werden und ebenso nicht ohne triftigen Grund gekündigt werden. Wobei, Kündigungsrecht hat ohnehin nur der Herr.

Ich mag also Regeln und Verträge. Darüber bin ich mir seit einiger Zeit im Klaren. Die Regeln macht der Herr. Auch dessen bin ich mir bewusst. Und dass diese Regeln nicht immer angenehm sein müssen, das weiß ich auch. Und trotzdem (oder genau deshalb?) erregt mich diese verschriftlichte Sklaverei. Ich bin dann Eigentum meines Herrn. Und er ist Gesetz.

Die Regeln bestimmen, wie ich mich zu verhalten habe – ihm, mir selbst und anderen gegenüber.

Zum Beispiel ist geregelt, wie ich mich zu kleiden habe. Meine absolute Lieblingsregel betrifft genau diesen Bereich und lautet:

„Der Grundzustand der Sklavin ist ihre Nacktheit“

Schon wenn ich diesen Satz lese muss ich unwillkürlich lächeln. Diese Regel nimmt so viel Druck von mir. Ich brauche nicht zu überlegen, was ich anziehe. Welche Strümpfe soll ich tragen, welche Heels? Die Spitzenunterwäsche oder Latex? All das fällt weg. Er sagt, wenn ich etwas Bestimmtes anziehen soll. Ansonsten bin ich nackt.

Die Anrede wird geregelt. Der Umgang mit Online-Plattformen und den Fotos, die ich online stelle. Ja sogar, meine sportlichen Aktivitäten finden sich in einem Punkt wieder. Mein Herr möchte eine sportliche Sklavin, die auf ihren Körper achtet.

Die Regeln tun mir gut. Seelisch und körperlich. Und sie machen mich geil.

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