Drei ist eine(r) zu viel?

Es wird viel diskutiert in einschlägigen Foren. Kann es eine dauerhafte 3-er Konstellation zwischen einem Herrn und zwei Subs geben? Fühlt sich dann nicht immer eine Sub benachteiligt? Ist Eifersucht tatsächlich vorprogrammiert? Sind solche Beziehungen zum Scheitern verurteilt? Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht, wie es klappen kann.

Wenn eine weitere Frau in eine bestehende Beziehung kommt, dann ändert sich diese nachhaltig. Negative Erfahrungen haben mich noch nie abgeschreckt. Einige mögen sagen, wer nicht daraus lernt, der ist selbst schuld. Aber ich denke, jedes negative Erlebnis lässt mich auch etwas dazulernen um beim nächsten Versuch vielleicht nicht mehr zu scheitern. Wachsen an der Niederlage ist die Devise!

Wie entsteht Eifersucht?

Wenn ich mich in einer Beziehung benachteiligt fühle gegenüber einem anderen Menschen werde ich eifersüchtig. Eifersucht ist für mich ganz klar das Ergebnis, wenn die Kommunikation nicht offen genug zwischen allen Beteiligten ist. Wenn eine der Frauen den Eindruck hat, es passiert etwas hinter ihrem Rücken, ändert sie ihr Verhalten und ihre Einstellung. Die Beziehung gerät ins Ungleichgewicht. Das möchte ich nicht noch einmal erleben müssen. Offene und ehrliche Kommunikation ist die Grundvoraussetzung für diese Konstellation. Zwischen allen dreien und vor allem zwischen den beiden Frauen muss Konsens herrschen. Der Zweck bzw. das Ziel der Beziehung sollte vorab besprochen werden, denn manchmal haben drei Menschen drei unterschiedliche Ziele vor Augen. Dann kann die Beziehung auf Dauer nur schief gehen. Man sollte sozusagen die Rahmenbedingungen vorab klären.

Einander begehren

Die beste Grundlage ist es, wenn beide Frauen den Herrn begehren, aber eben auch die jeweils andere Frau. Selbstverständlich kann es auch klappen, wenn keine Bi-Tendenzen da sind. Ich schreibe jedoch über meine eigenen Erfahrungen und meine Vorstellungen davon. Und ich kann sagen, dass ich bis jetzt keine Frau in meinem Leben tatsächlich begehrt hätte. Diese Seite an mir ist neu und ich mag sie sehr gerne. Sie erweitert mein Weltbild und meinen Erfahrungsschatz. Frauen berühren Frauen anders, als Männer sie berühren. Nicht besser oder weniger gut, aber eben anders. In meiner Vergangenheit habe ich – auf Befehl des jeweiligen Herrn – sexuelle Handlungen mit Frauen erlebt. Dass ich sie so sehr genossen habe und mehr davon wollte, das ist allerdings neu in meinem Leben. Wenn dieses Begehren unter allen drei Beteiligten innerhalb einer Beziehung vorhanden ist, dann ist das bereits eine sehr gelungene Grundlage.

Freundschaft unter den Subs

Ist Freundschaft unter den beiden Subs möglich? Ich denke: ja! Sie streben beide das gleiche an, haben sogar ein gemeinsames Ziel, nämlich ihren Herrn zufrieden zu stellen. Und ein gemeinsames Ziel verbindet Menschen miteinander. Keine der beiden sollte sich besser oder wichtiger in der Beziehung fühlen, als die andere. Der Herr entscheidet, welche der Subs was und wann tut. Und in ihrer Folgsamkeit führen sie die Befehle aus, die sie bekommen. Sie sind gleich vor dem Herrn. Wenn sie zu dritt sind. Bei Frauen untereinander habe ich leider festgestellt, dass es oft zu einem Konkurrenzkampf kommt. Dieser Kampf ist nicht der meine. Eine „Sister in chains“ mit der ich lachen und weinen kann, das ist mein Weg. Ich freue mich für sie und sie freut sich für mich, wir sind füreinander da und helfen uns gegenseitig auch manchmal aus der Patsche. Immer im Hinblick auf unsere Rolle und auf die Zufriedenheit des Herrn. Ist er zufrieden, dann sind wir gemeinsam glücklich.

Wünsche und Bedürfnisse

Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Ich kenne meine Bedürfnisse sehr gut. Manche davon werden in der Liebesbeziehung befriedigt, manche in der BDSM-Beziehung und wiederrum andere erfülle ich mir selbst. In einer Dreierkonstellation ist es für mich wichtig, dass alle sich bewusst sind, welche der Wünsche und Bedürfnisse in dieser Beziehung Platz haben. In der spärlichen gemeinsamen Zeit sollten Harmonie und positive Gefühle bei weitem überwiegen. Lust und Geilheit dürfen raus, aufgestaute Perversion darf endlich gelebt werden. Doch ich bin nicht immer da. Ich tauche nur ein in diese gemeinsame Welt. Auch darin liegt der Reiz. Gefühlt bin ich aber immer Teil davon.

Hat Liebe Platz?

Ich habe in diesem Fall die Rolle der zweiten Frau inne, der Frau, die nicht in einer Liebesbeziehung zum Herrn steht. Mein Platz ist in der BDSM-Beziehung ist ein anderer. Ich habe eine eigene Liebesbeziehung zu meinem Ehemann. Und das bleibt auch so.  Wir sind alle drei ein Teil dieser Beziehung, aber ich stehe niemals zwischen den beiden. Und mein Herr steht niemals zwischen meinem Mann und mir. Die Liebe von der Sub zu ihrem Herrn wächst langsam und auch der anderen Frau gegenüber können sich tiefe Gefühle entwickeln. Das wäre der beste und langfristigste Weg zu einer ausbalancierten Dreierbeziehung. Was genau die Liebe zwischen dem Herrn und seiner Sub charakterisiert und wie sie sich ausdrückt wird Thema in einem der nächsten Blogbeiträge sein…

2 thoughts on “Drei ist eine(r) zu viel?”

  1. Sehr guter Blogartikel. Ich habe leider selber noch nicht viel Ertfahrung in solch 3er Konstellationen, jedoch fühl ich es genasu so, durch offene, klare Kommunikation ist vieles möglich, was vielleicht im ersten Moment unmöglich erscheint!

    Bitte weiter so – ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag!

    Alles Liebe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.