Die Wahrheit ist Pflicht!

Der Begriff „Wahrheit“ ist ein sehr vielschichtiger. Schon der Wikipedia-Artikel dazu ist ein unglaublich langer und verschachtelter Text. Es gibt so viele Bereiche, in denen Wahrheit etwas Unterschiedliches bedeutet. Ich versuche für mich, den Begriff auf das zu reduzieren, was für mein BDSM wichtig ist.

Wahrheit beschreibt unter anderem die Übereinstimmung von Aussagen mit der Wirklichkeit. Damit ist die Wahrheit ein sehr wichtiger Aspekt in meinem BDSM. Ohne die Wahrheit und Ehrlichkeit kann ich einem anderen Menschen gegenüber keine Sicherheit und kein Vertrauen spüren. Das definiere ich aber nicht nur für mich so. Wenn der Herr mich frägt, ob eine Handlung an mir angenehm, erträglich oder gar schmerzhaft ist, dann werde ich ihm die Wahrheit sagen. Alles andere wäre nicht mein BDSM.

Wahrheit hat auch eine philosophische Ebene. Wir sind auf der Suche nach der Wahrheit, finden die Wahrheit in uns selbst und fahren mit der Wahrheit meist besser… Selbstverständlich gibt es Menschen, deren Wahrheit eine andere ist, als die meine. Jeder konstruiert sich seine Welt selbst. Aber diese Diskrepanz ergibt sich zwangläufig, wenn wir den Begriff auf andere Ebenen heben. Das möchte ich in diesem Blogbeitrag allerdings nicht tun, sondern mich auf mein BDSM konzentrieren.

Ich habe mich auch lange gefragt, wo eigentlich der Unterschied zwischen Wahrheit und Ehrlichkeit liegt. Ehrlichkeit ist eine Eigenschaft, eine andere Beschreibung für Aufrichtigkeit. Wahrheit ist daher für mich größer, gewichtiger, ungefärbter von äußeren Einflüssen und Gefühlswelten. Oft werden die Worte aber synonym verwendet.

Lügen bringt doch nichts

Schon beim Kennenlernen ist die Wahrheit unerlässlich. Vorsätzlich die Unwahrheit zu sagen bezeichnet man als Lügen. Wenn ich auf der Suche nach einer langfristigen BDSM-Spielbeziehung bin, die ein Grundvertrauen zwischen Dom und Sub verlangt, dann ist es schlichtweg nicht zielführend, sich zu Beginn mit Lügen attraktiv zu machen. Manche Menschen schummeln beim Gewicht oder bei der Größe. Vor allem auf Online-Plattformen entspricht die Realität oft nicht den Angaben im Online-Profil. Aber diese Dating-Plattformen haben doch zum Ziel, sich irgendwann real zu treffen. Was soll das dann bringen? Früher oder später wird die Wahrheit ihren Weg an die Oberfläche finden.

Vor allem bei Spielbeziehungen (aber natürlich auch in jeder anderen Art von zwischenmenschlicher Beziehung) kann das schwerwiegende Folgen haben, denn das bedeutet, dass das Vertrauen einseitig erschüttert wird. War das die einzige Lüge, oder kommt da noch etwas? – ist dann eine berechtigte Frage, die sich der belogene Teil der Beziehung stellt. Kann ich der Person überhaupt vertrauen? Da BDSM sehr viel mit Vertrauen zu tun hat kann eine einzige Lüge alles beenden.

Die Wahrheit zwischen dem Herrn und seiner Sklavin

Wenn der Herr eine Frage stellt, dann habe ich sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Besser ist, ich vergewissere mich vor der Antwort nochmal. Ein BDSM-Spiel soll allen Beteiligten Freude, Lust und Befriedigung bringen. Meine Befriedigung ziehe ich, unter anderem, aus der Zufriedenheit des Herrn. Ist er unzufrieden, oder gar verärgert, dann fühle ich mich schlecht. Er fragt mich etwas um eine Antwort zu erhalten und ich, als seine Sklavin, habe diese Antwort zu geben. Egal, ob es mir nun gerade passt, oder nicht. Das ist Teil meiner Rolle, Teil meines Ichs, Teil meiner Devotion.

Ich habe den Fehler begangen, eine Frage mit einer Angabe zu beantworten, ohne sie vorher verifiziert zu haben. Mir war nicht bewusst, wie sehr der Herr auf die korrekte Beantwortung wert legt. Nur Minuten nach der Antwort per Whatsapp musste ich ein Beweisfoto senden, das nicht mit der kommunizierten Angabe übereinstimmte. Er war sehr verärgert. Es ging ihm nicht um den Inhalt der Antwort, sondern vielmehr darum, dass ich mich nicht ob ihrer Korrektheit versichert hatte. Ich habe – wenn auch unbewusst – eine falsche Angabe gemacht. Die Strafe, die darauf folgte war angemessen und gerecht. Die Lehre, die ich daraus ziehe ist, niemals mehr eine leichtfertige und unüberlegte Antwort zu geben. Er fragt – ich antworte. Korrekt. Wahrheitsgemäß. Immer.

Er muss sich darauf verlassen, dass ich ihm stets die Wahrheit sage. Ich erweise ihm als seine Sklavin damit den nötigen Respekt und zeige ihm meine Demut.

Abschließend muss ich anmerken, dass dieser Blogbeitrag Teil der Bestrafung war. Ich habe mich mit dem Thema Wahrheit auseinander gesetzt und bin an meinem Fehler gewachsen. Vielen Dank dafür.

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