Von der Einsamkeit der Sklavin

Dieser Artikel entsteht, weil ich mit mir selbst kämpfe. Mein Blog ist keine Darstellung einer Idealsituation, sondern eine Mischung aus Selbstreflektion und Erfahrungsvermittlung. Seit Wochen überlege ich, wie ich der seit längerem bestehenden Situation begegnen soll. Und ich weiß es einfach nicht. Ich versuche wirklich zu sein, wie mein Herr es von mir erwartet. Das kostet mich viel Kraft und Zeit, die ich aus tiefster Überzeugung aufbringe. Ich bin seine Sklavin, die er erwählt hat. Das macht mich zu etwas ganz Besonderem in seinem Leben. Ich will seinen Anforderungen entsprechen. Diese Anforderungen bestehen nicht nur aus Handlungen, sondern viel öfter aus der Entwicklung eines Mindsets. Meist schaffe ich es, dem zu entsprechen, was er erwartet. Und auch meist nicht nur oberflächlich, sondern tief empfunden! Ich folge ihm. Ohne Widerspruch setze ich all seine Anweisungen um. Ich empfinde dadurch und durch die Kontrolle, die er über mein gesamtes Leben hat, Befriedigung. Ganz tief drinnen spüre ich ihn. Das fühlt sich schön an. Lob und Stolz geben mir Kraft, seine Worte und seine Zufriedenheit berühren mich. Meine eigenen Gefühle dazu zeigen mir, dass ich durch ihn endlich auf dem richtigen Weg bin. Auf meinem Weg. Ich wachse und entwickle mich unter seiner Führung. Die Veränderung meines Wesens, meiner Ausstrahlung und meiner Denkweise ist spürbar. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Ständig bin ich beschäftigt mit Dingen, die er mir aufgetragen hat. An Langeweile krankt es nicht.

Aber es fehlt etwas ganz Wesentliches in meinem Dasein als Sklavin: Die physische Anwesenheit meines Herrn. Es schmerzt, dass er keine Zeit hat. Ein großes Loch in mir tut sich auf. Und ich habe keine Möglichkeit, es zu füllen. Denn er ist einfach nicht da. Er entscheidet, wieviel Zeit er für mich aufbringt. Das ist sein Recht. Ich muss es akzeptieren, bin hilflos. Diese Hilflosigkeit macht mich wütend, weil sie mir meine eigenen Grenzen aufzeigt. Er erwartet von mir, dass unsere Verbindung grenzenlos und unabhängig von realen Begegnungen ist. Das wünsche ich mir auch. Ich schaffe es aber (noch) nicht, das tatsächlich mit jeder Faser meines Seins zu leben. Ich habe Angst davor ihn zu enttäuschen und davor, dass er zum Schluss kommt, dass er sich in mir getäuscht hat.

Meine Angst davor, dass er mich aufgibt, weil ich ihm zu anstrengend bin, hemmt mich.

Denn gefühlt kauen wir immer wieder die gleichen Themen durch. Verlange ich von mir selbst zu viel? Oder ist es zu wenig, zu langsam, unzureichend, was ich bereits geschafft habe? Ich weiß es einfach nicht. Sein Ansatz, dass diese Verbindung losgelöst von einer körperlichen Ebene verankert ist, ist für mich noch in weiter Ferne. Oder ist sie zum Greifen nahe? Sind dieser Beitrag und der innere Kampf in mir bereits der Beginn der Veränderung, die ich herbeisehne? Ich möchte ihn nicht ständig vermissen. Ich will loslassen, denn nur so kann es klappen. Ich hatte ein Leben, bevor er in selbiges getreten ist. Und ich werde auch nach ihm ein Leben haben. Heute (und hoffentlich noch sehr lange) ist er ein sehr großer Teil meines Lebens. Warum kann ich mich nicht einfach daran erfreuen, wenn er Zeit findet und den Rest der Zeit glücklich und zufrieden nach seinen Regeln weiterleben? Ganz einfach: Weil er immer in meinem Kopf ist! Er hat mich in den letzten Monaten so erzogen. Von morgens bis abends ist er da. In meinem Tages-und Wochenablauf hat er sich fest verankert. Es ist mir nicht möglich, ihn auch nur für ein paar Stunden beiseite zu schieben. Es geht einfach nicht. Und so vermisse ich ihn ständig. Seine Berührung, sein Geruch, sein Schweiß, seine Aura. All das vermisse ich tagtäglich. Niemand kann das verstehen.

Die Sklavin ist einsam. Obwohl ihr Herr ständig anwesend ist. Manchmal hat ein Beitrag einfach den Sinn, meine Gefühle niederzuschreiben, ohne eine Lösung am Ende, eine Erkenntnis oder ein Happy End zu offenbaren. Er zeigt mir lediglich selber auf, dass ich noch auf der Reise bin.

…t.b.c…

Ich glaube, wir haben ein Date!

In meinem Bekenntnis findet sich der Passus „Ich bin […] Ihre Hure […], meine Wünsche sind nicht wichtig.“ Das sind keine leeren Worte, sondern das ist meine Realität. Mein Herr verleiht und vermietet mich, wie und an wen er möchte. Er alleine bestimmt, wem ich zu dienen habe. Und ich folge seinen Wünschen, wie es in meiner Natur liegt.

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Hilfe, mein BDSM verändert sich!

Ich habe auf diesem Blog schon viel darüber geschrieben, was ICH unter BDSM verstehe und auch, dass jeder BDSM-affine Mensch seine ganz persönliche Sicht auf BDSM hat. Niemand darf von sich auf andere schließen. Nicht in der Welt und nicht im BDSM. Und ich war sehr gefestigt in meiner Ansicht und meiner Perspektive darauf, was ich mag und was ich nicht mag. Doch jetzt verändert sich etwas.

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Von Motivation und Erwartungen…

Ich habe lange geglaubt, ich wäre intrinsisch motiviert, die beste Sklavin zu werden. Dieses Ziel verfolge ich zumindest konsequent und diesem Ziel ordne ich nahezu alles unter. Mein Herr hat mich heute dafür gelobt, dass er nicht viele devote Frauen kennt, die eine solch intrinsische Motivation haben, wie ich sie an den Tag lege. Das macht mich ausgesprochen glücklich.

Dann habe ich die Details recherchiert, es hat mir keine Ruhe gelassen…

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Ich gehöre nicht mir!

Vorab gesagt – ja, Leibeigenschaft und Sklaverei sind abgeschafft. Gut so. Im BDSM bekleidet die Sklavin allerdings weiterhin eine entscheidende Rolle. Der wichtige Unterschied zu früher: Die Machtverhältnisse sind frei gewählt. Es herrscht grundsätzlich Konsens darüber, wer welche Seite einnimmt. Und die Person, die unten ist gehört derjenigen, die oben ist. So ist das in meinem (!) BDSM.

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Das tut weh! Mach weiter!

Ich habe ein gesundes Körpergefühl und definiere Schmerz grundsätzlich als etwas Unangenehmes, etwas, von dem ich möchte, dass es aufhört. Schmerz ist ein Zeichen, das mein Körper mir gibt. Er teilt mir unmissverständlich mit, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ist dieser Schmerz aber mit einer sexuellen Aufladung verbunden, so kann er sich in pure Lust wandeln.

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